emilio adani

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Abenteuer Wandern

Das nennt man wohl Mut. Das angestaubte Thema Wandern in einem Blog im Bereich „Lifestyle“ zu thematisieren; zeugt aber nur von der Abenteuerlust des Autors. Und der steigenden Beliebtheit der urdeutschen Freizeit- und Urlaubsbeschäftigung.

Die Blätter verfärben sich, das erste Laub beginnt mit Nachdruck die Straßen zu belagern, Kastanien hämmern als Geschosse auf die Wege. Abgesehen von der Gefahr, durch fallende Kastanien beschossen zu werden, kann der Herbst eine schöne Jahreszeit sein, wenn man sich nicht nur auf die kürzer werdenden Tage, den steigenden Niederschlag oder niedrigere Temperaturen konzentriert. Und selbst jetzt kann man seinen Sport immer noch draußen betreiben. Dieser heißt dann neuerdings wieder häufiger Wandern.

Renaissance des Wanderns

Abenteuer und Wandern – ein Widerspruch in sich? Nicht wirklich. Wenn man das Image des Wanderns vom Muff der Jahrzehnte befreit, tritt eine zeitgemäße Freizeitaktivität zutage. Es kann von jedem praktiziert werden, man braucht keinen Wust an Hightech-Ausrüstung. Und Wandern kann ein wunderbarer Gegenpart zum Alltag sein: die Entschleunigung und bewusste Erfahrung der Umwelt und Natur. Ein weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit von Orten: von den Alpen im Süden, Elbsandsteingebirge im Osten, entlang des Rheins im Westen oder entlang der Küsten im Norden; überall kann gewandert werden, jede Landschaft eignet sich dafür. Mit jedem Schritt steigt die Zufriedenheit, die Gesundheitswerte erreichen ungeahnte Höhen, wie auch der Wanderer, der sich stetig nach oben bewegt. Festen Schrittes in die Zukunft sozusagen.

Die Neuentdeckung des Bekannten

Dem Boom des Wanderns tragen auch die Urlaubsregionen in Deutschland und der ganzen Welt Rechnung: der Ausbau entsprechender Wege schreitet voran, und erlaubt die Erschließung neuer Regionen, die vor Jahren nur Extremsportlern und Forschern ein Begriff waren. Nicht jeder muss vielleicht auf den Gipfel des Mt. Everest, aber warum nicht rundherum wandern. Oder aber vor der Haustür neue Wege beschreiten. Wer sich die „Mühe“ macht, einfach die Heimatregion oder die eigene Stadt zu Fuß neu zu erkunden, wird feststellen, dass sich ihm neue Perspektiven eröffnen. Und wer einfach nicht auf die Berge beim Wandern verzichten kann, sucht sich eine Strecke mit vielen Steigungen in Wäldern, fährt für ein Wochenende ins nächst gelegene Mittelgebirge oder ins Ruhrgebiet. Die Abraumhalden der Zeit der Kohleförderung sind fast alle renaturiert und bieten eine Naturinsel inmitten einer der größten Metropolregionen des Landes. Und aus 120 Metern Höhe wirkt der Pott anders als viele denken. Schuhe geschnürt und auf in die Natur!